Dieselruß

Dieselruß ist einer der Stoffe, die uns am meisten belasten. Schon deswegen, weil wir diesem Ruß überall ausgesetzt sind. Wie Dieselabgase nicht nur unsere Umwelt, sondern auch direkt unsere Gesundheit schädigen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Diesel bisher als "wahrscheinlich krebserregend" einstufte, wurde diese Klassifikation 2012 auf "eindeutig krebserregend" heraufgestuft. Damit stehen die Dieselabgase auf einer Stufe mit Asbest, Arsen und Senfgas.
http://derstandard.at/1338559455873/Einstufung-von-Abgasen-WHO-Diesel-gefaehrlicher-als-bisher-angenommen

Untermauert wird diese Entscheidung durch eine Studie der Oxford Universität über den Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Dieselruß und Lungenkrebs, veröffentlicht im Journal of the National Cancer Institute: http://jnci.oxfordjournals.org/content/104/11/855

Aufmerksame Beobachter dürfte diese Entwicklung nicht überraschen. Diesel ist nur in Europa stark gefragt, wahrscheinlich weil hier Diesel steuerlich gefördert wird. Doch der Preisvorteil an der Tankstelle schmilzt dahin.

Bis Ende der 90er-Jahre boten japanische Autohersteller keine Dieselmotoren an. Warum? Die Japaner hatten in Ballungsräumen wie Tokio genug Erfahrungen mit Smog gemacht, darum war Diesel für sie kein Thema. Nur wegen der extremen Nachfrage in Europa führten sie hier Dieselmodelle ein. Die weitere Zukunft spritsparender Fahrzeuge gehört jedoch Elektro- und Hybridantrieben, vielleicht auch Wasserstoff oder andere. Diesel kann zum Umwelt- und Luftschutz keine Verbesserung beitragen. Doch gerade die deutschen Autohersteller haben viel zu lange auf Diesel gesetzt. Ihre Versuche, Dieselmotoren den US-Amerikanern schmackhaft zu machen, scheitern, da Diesel in den USA als dreckig gilt. Zu Recht.

Schauen Sie sich einmal aktuelle Automodelle an: Bei nahezu allen Dieselrußschleudern wird die Endung des Auspuffs nach unten gebogen und oft noch hinter der Stoßstange versteckt. Wieso? Die ausgestoßenen schwarzen Wolken sollen nicht gleich so auffallen. Obwohl die Hersteller behaupten, moderne Dieselmotoren seien viel sauberer. In Wirklichkeit werden nur die ausgestossenen Partikel immer kleiner, daher dringen sie tiefer in die Bronchien ein und können vom Körper noch schlechter nach draußen befördert werden. Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Emphysema und Asthma werden dadurch gefördert, nicht verringert.

Ist der Rußfilter eine Lösung?

Ein Dieselmotor mit Rußfilter besser als einer ohne. Doch die Wirksamkeit ist begrenzt, Stickoxide können sogar vermehrt ausgestossen werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dieselru%C3%9Fpartikelfilter#Zweifel_an_der_Wirksamkeit_f.C3.BCr_die_Umwelt

Viele Dieselfahrer lügen sich selbst in die Tasche, indem sie ihr vermeintlich sparsames und rußgefiltertes Auto mit Bleifuß fahren, auch bei kaltem Motor. Damit schwindet der Effekt des etwas geringeren Verbrauchs, der Dreck steigt enorm an.

Neben dem Ruß hat der Diesel ein zweites Problem: Stickstoffdioxid NO2

NO2 ist ein giftiges, stechend riechendes Gas, ähnlich wie Chlor, das die Gesundheit und die Atmosphäre schädigt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffdioxid

Dieselmotoren erzeugen wesentlich mehr NO2 als Benziner, Turbodiesel noch mehr. Rußfilter können den NO2-Anteil sogar erhöhen. Die meisten Partikelfilter benötigen NO2, um sich selbst zu reinigen.  Deshalb haben die Autohersteller die NO2–Emissionen im Abgas gegenüber der früheren Euro-1-Norm inzwischen um rund das 10fache gesteigert.NO2 ist also ein ungelöstes Problem beim Diesel.

http://www.bund.net/themen_und_projekte/verkehr/autoverkehr/kohlendioxid_co2/co2_und_diesel/
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/stickstoffdioxid-diesel-abgas-gefaehrlicher-als-gedacht-a-418600.html
http://www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/no.htm

Allergien - das dritte Dieselproblem:

Dieselpartikel können Allergien auslösen, wie die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA und das nationale amerikanische Umweltforschungslabor herausfanden.
http://blog.purenature.de/neues-aus-medizin-und-wissenschaft/dieselpartikel-konnen-hausstaubmilbenallergie-auslosen/
Dies sagte mir bereits vor vielen Jahren schon ein ehemaliger Kollege, der eine Zeit in Japan lebte. Diesel sei wegen der Luftverschmutzung und dem Allergierisiko dort verpönt. Man habe herausgefunden, daß sich die ansonsten harmlosen Blütenpollen mit dem Dieselruß zu einem Konglomerat verbinden, auf das der Mensch dann erst allergisch reagiere.

Der blinde Fleck in Landwirtschaft und Baubranche:

Millionen Traktoren, Zugmaschinen, Bagger und andere Maschinen fahren durch die Lande mit Dieselmotorentechnik aus der Steinzeit und ohne jegliche Abgasfilterung. Diese Maschinen fahren nicht nur morgens und abends kurze Zeit wie die Pendler-PKW, sondern den ganzen Tag, oft nonstop. Subventionierter Agrardiesel ermuntert in der Landwirtschaft nicht zum Treibstoff sparen und Motor abstellen. Rußfilter sind eine Seltenheit, Traktoren werden viele Jahrzehnte gefahren bis sie auseinanderfallen.

Und das beste: Bei den meisten Modellen ist noch nicht einmal eine Abgasuntersuchung vorgeschrieben. Millionen Dieselmotoren verpesten so täglich unkontrolliert die Luft, eine Besserung ist momentan nicht in Sicht. Wieso müssen Sie mit ihrem (hoffentlich) relativ sauberen PKW regelmäßig viel Geld für die Abgasuntersuchung abdrücken, während nebenan Millionen von Traktoren und Baumaschinen tagtäglich völlig legal und ungeprüft ihre giftigen Abgase verteilen? Genau wie Millionen von Motorrollern, Kleinkrafträdern, Rasenmähern usw., doch das ist ein anderes Kapitel...
Ein wirklich blinder Fleck. Selbst Naturschutzverbände thematisieren diese Form der Luftverschmutzung (man könnte es auch Körperverletzung nennen) nur selten.

http://www.autos-und-umwelt.de/traktoren-und-landmaschinen-ohne-russfilter
http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Landtechnik/Von-wegen-gesunde-Landluft-_article1264040000.html
http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Landtechnik/Schlepper-Bayern_article1359027260.html

Viertens: Diesel und das Weltklima

Ruß ist neben CO2 das schlimmste Klimagift. Die schwarzen Dieselrußpartikel schädigen unsere Atmosphäre und das Klima auf mehrfache Weise:

- sie absorbieren das Sonnenlicht und tragen zur Erwärmung der unmittelbaren Umgebung bei
- sie lagern sich auf Eisflächen ab und reduzieren stark die Reflexion des Sonnenlichts. Als Folge erwärmt sich das Eis, Gletscher und Pole schmelzen noch schneller ab
- sie beeinflussen Wolkenbildung und Niederschläge

Deutsche Naturschutzverbände haben die Initiative "Rußfrei fürs Klima" gestartet:
http://www.russfrei-fuers-klima.de/

 

 

 

Fazit: Diesel? Lieber nicht!  Und wenn unbedingt nötig, dann nur mit Rußfilter.

 

Weitere Links:
http://www.kein-diesel.at/
http://www.anti-diesel.de/index.htm
http://www.dieselruss.ch/index.html

 

   

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