Lokale und gobale Verschmutzung - Der Unterschied

"Das bißchen macht doch auf der Welt auch nichts mehr aus."

Haben Sie diesen Satz schon mal gehört oder selbst gesagt? Angesichts der enormen weltweiten Umweltverschmutzung sind wir geneigt, unseren eigenen Dreck zu verharmlosen. Denn was kann es dem Planeten noch schaden, ein paar weitere Milligramm eines Schadstoffs zu verteilen, wenn davon bereits Millionen Tonnen in der Atmosphäre, dem Meer und dem Boden sind?

Den Planeten als Gesamtheit gesehen verändert "das bißchen" vielleicht wenig. Doch auch Kleinvieh gibt Mist. Das soll heißen, wenn Milliarden Menschen jeweils nur ein kleines bißchen mehr Gift in die Umwelt geben, ist die Summe eine Katastrophe. Die Ergebnisse sind heute deutlich sichtbar. Nun meinen manche umgekehrt, wenn sie ihren anscheinend "kleinen" Schadstoffausstoß vermeiden, würde davon auch nichts besser.

Doch. Denn diese Sichtweise blendet die lokalen Auswirkungen aus.

Ein Beispiel: Blei ist ein giftiger Stoff, der chronische Vergiftungen hervorrufen kann. Jährlich werden weltweit Millionen Tonnen Blei produziert, trotzdem leben wir alle noch. Was können da ein paar Gramm zusätzlich schon schaden? Nun stellen Sie sich vor, diese paar Gramm stecken in Form einer Kugel in Ihrem Kopf, abgefeuert aus einem Gewehrlauf. Die Folgen? Für den Planeten äußerst gering, für Sie selbst und Ihre nächsten Angehörigen allerdings katastrophal.

Zugegeben, ein drastisches Beispiel. Es soll den Sachverhalt nur deutlich machen. Wir können es auch abschwächen: Selbst wenn diese paar Gramm Blei sich im Verlauf von Jahrzehnten langsam in Ihrem Körper angereichert haben, sind die Auswirkungen für Sie sehr negativ, obwohl sonst auf der Erde alles scheinbar genauso weitergeht wie immer.

Verstehen Sie den Unterschied? Der Giftstoff, den ich hier in die Umwelt gebe, bewirkt nicht unmittelbar und sofort, daß der Wald stirbt oder das Ozonloch größer wird. Aber er hat eine unmittelbare Auswirkung auf mich, meine Familie, Nachbarn, Kollegen und alle sonstigen direkt Betroffenen! Eben alle Menschen, die diese Emissionen einatmen, anhören, riechen müssen oder sonst irgendwie damit in Berührung kommen. Wie alltägliche Schadstoffe unserer Gesundheit zusetzen, können sie in den Artikeln dieser Rubrik lesen.

Wer dies versteht entdeckt die Eigenverantwortung. Wir brauchen nicht auf "die da oben" zu schimpfen, die angeblich nichts sinnvolles machen. In Wirklichkeit versuchen wir damit nur unsere eigene Bequemlichkeit und Unbewußtheit zu entschuldigen. Die Geschäftswelt kann gesundheits- und umweltschädliche Produkte nur solange verkaufen und damit Geld schefffeln, wie es Abnehmer dafür gibt. Und deshalb liegt es an uns selbst, mit unserem Verhalten die persönliche Gesundheit und die unseres Umfeldes zu verbessern.

Denken Sie bei Schadstoffbelastung künftig weniger an ferne Länder, sondern an Ihren eigenen Körper, Ihre Familie, Ihre Wohnung, Ihr Grundstück, Ihre Gemeinde.

Ich plädiere nicht dafür, Aussteiger zu werden oder völlig asketisch zu leben. Das Leben soll Spaß machen. Und manche Dinge sind einfach notwendig, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Doch WIE man das macht kann verändert werden. Brauche ich für mein kleines Grundstück unbedingt einen Benzinrasenmäher? Muß ich jedes Telefonat mit dem Handy führen? Hilft gegen "Schädlinge" im Garten wirklich nichts anderes als Gift? Ist es egal, welche Motoren- und Abgastechnik mein Auto, meine Zugmaschine oder mein Motorroller hat? Spielt es eine Rolle, welche Kosmetika ich verwende? Und Lacke, Klebstoffe, lärmverursachende Maschinen und Geräte usw., was ist damit? Die Liste können wir noch weiterführen.

Tatsache ist: Wenn ich mich selbst, meine Angehörigen und Nachbarn liebe, dann werde ich alles vermeiden, was die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Entwicklung hin zu höherer Bewußtheit einschränken könnte. Dazu brauche ich mich noch nicht einmal mit großen Problemen wie dem Klimawandel zu beschäftigen. Ich könnte dabei mein direktes Umfeld übersehen.

Sauberkeit im Kleinen bringt automatisch Sauberkeit im Großen. 

 

Übrigens: Beim Schreiben des Artikels ist mir aufgefallen, wieviele Arten des Schutzes es doch gibt - Naturschutz, Tierschutz, Umweltschutz, Kinderschutz, Atmosphärenschutz usw. - aber keinen Menschenschutz ?! Mein Anliegen ist es, alle Menschen (Kinder sind da logischerweise inbegriffen) vor gesundheitsschädlichen Einflüssen zu schützen. Automatisch wirkt sich dies positiv auf Pflanzen, Tiere, Luft, Wasser usw. aus. Ist es ein Zeichen der Lieblosigkeit sich selbst gegenüber, daß der Mensch i.A. nur darauf achtet nicht akut von Tod oder Krankheit bedroht zu sein, Langzeitfolgen, Spätschäden oder negative Folgen für andere Menschen aber keine große Rolle spielen?

"Menschenschutz" in den Fokus zu nehmen wäre wohl eine gute Idee.

 

   

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