Wir bauen ein großes Futterhaus mit Depot

Im Handel sind große Futterhäuser mit Depot, die vogelgerecht, wetterfest und langlebig sind, nur schwer zu bekommen. Darum bauen wir einfach eines selbst. Alle Materialien sind in einem gut sortierten Baumarkt zu bekommen.

Dies ist keine exakte Bauanleitung mit Maßen, sondern ein grob skizzierter Vorschlag für geübte Bastler. Er kann verändert und erweitert werden. In der Praxis hat sich dieses Futterhaus schon ein paar Jahre sehr bewährt, schon allein wegen dem großen Depot. Durch die annähernd runde Bauform können die Vögel von allen Seiten anfliegen. Das Dach hat genügend Überstand um das Futter trocken zu halten, und ist hoch genug, so daß auch größere Vögel wie Amseln gut hineinkönnen. Die Form bietet den Vögeln beim Fressen eine gute Rundumsicht auf mögliche Feinde, bei Gefahr können sie das Haus schnell verlassen. Wegen der Form nenne ich dieses Modell den "Zen-Tempel".

 

Wir beginnen mit einer wasserfest verleimten Siebdruckplatte mit den Maßen mind. 50x50cm. Die glatte Seite zeigt nach oben. Sie ist wasserfest, strapazierfähig und kann gut gereinigt werden.

 

Die Ecken werden gleichmäßig abgeschrägt, so daß ein gleichseitiges Achteck entsteht. An der Seite bringen wir eine Leiste an, die mind. 3cm übersteht. Wichtig: Alle Ecken und Kanten gut abschmirgeln, damit sich der Mensch beim Befüllen und die Vögelchen beim Fressen nicht verletzen können!

 

Nun kommt der zentrale Mittelpunkt, das Depot. Hergestellt aus einem gewöhnlichen Abwasserrohr, Durchmesser 12cm. Das Rohr ist ein Stück. Etwas unterhalb der Mitte habe ich den abgesägten Kragen eines anderen Rohres befestigt, er dient als Auflagefläche für das Dach. Das darunter liegende Loch dient der Sichtkontrolle des Füllstands. Es ist von innen mit einer starken durchsichtigen Folie beklebt. Als Abstandshalter zur Grundplatte dienen 4 Winkel aus rostfreiem Material. Durch den Schlitz von ca. 2cm rieselt später das Futter.

 

Nun montieren wir an allen Ecken die "Säulen" aus Rundmaterial, Höhe ca. 15cm. Befestigt habe ich sie mit Klebstoff, einer Schraube von unten, und Nägel seitlich durch die Leisten. Das Futterhaus soll ja schließlich lange halten. Die Träger für die Dachkonstruktion bestehen aus flachen Leisten, am Kragen des Depot und an den Säulen verschraubt. Ein genügender Dachüberstand ist hier bereits einzuplanen.  

Ein Futterhaus bauen 4

 

 Aus dünnem Sperrholz schneiden wir jetzt die 8 Dachelemente aus:

 

Sie werden auf die Dachkonstruktion getackert, evtl. zusätzlich verklebt. Wie man sieht habe ich das darunterliegende Naturholz bereits vorher mit wetterfestem Lack gestrichen, da geht es noch leichter. Meiner Gesundheit zuliebe verwende ich Lack auf Wasserbasis ohne Lösungsmittel.

 

Das ganze noch einmal von der Seite gesehen. Wenn man dieses Verhältnis von Höhe zu Durchmesser einhält, ist das Futter gut vor Regen geschützt und die Vögel können gut einfliegen. Ein paar Maße meines Futterhauses:

  • Bodenplatte Durchmesser: 50cm
  • "Säulen": Höhe 15cm, Durchmesser 30mm

 

Nun noch Dachpappe aufbringen. An einem Stück geht es nicht. Am besten passende Stücke zuschneiden, die sich gut überlappen und am Depotrohr etwas aufstehen für einen wasserdichten Übergang. Dabei nicht mit entsprechendem Dichtungsmittel sparen. Die Dachpappe habe ich mit kurzen großkopfigen Nägeln im Bereich der darunterliegen Träger und Säulen festgenagelt, sowie die überstehenden Dachpappestücke am Rohr mit dickem verzinkten Draht festgezurrt. Als Deckel für das Depot dient der handelsübliche Abschlußdeckel für das Abwasserrohr. Ohne Gummidichtung, dafür mit einer überstehenden achteckigen Auflage aus der gleichen Siebdruckplatte wie der Boden. Glatte Fläche nach oben, Seitenflächen wetterfest streichen.

 

Den "Zen-Tempel" montiert man am besten auf ein einbetoniertes verzinktes Stahlrohr. In einer Schlosserei ließ ich mir auf das obere Ende eine kleine Platte mit Löchern schweißen, darauf lässt sich das Futterhaus wunderbar mit von oben durch das Holz geführten Schloßschrauben befestigen. Es ist auch ein anderer Ständer denkbar, nur stabil sollte er sein.

Wichtig sind die unterhalb des Bodens befestigten Stangen aus Rundmaterial. Ein paar Cent mehr ausgeben für Buche, das hält dafür viel länger. Vögel benötigen rund um das Futterhaus Landemöglichkeiten, sie fliegen nie direkt in das Haus. Sie möchten erst einmal landen, sich umsehen, und wenn sie sich sicher fühlen ihr Futtter holen. Viele Futterhäuser werden schon wegen der fehlenden Landemöglichkeit schlecht angenommen. Kleine Haken am Ende der Stangen ermöglichen das Befestigen von Fettknödeln.

Zu jeder Jahreszeit kommen unsere gefiederten Freunde gern, um sich die Nährstoffe zu holen, die sie sonst nicht mehr finden.

 

Schicken Sie mir Anregungen und Fotos Ihrer Futterhäuser! Ich stelle sie hier gern für alle Leser vor.

   

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