Katzen

Katzen scheinen hierzulande die beliebtesten Tiere zu sein. Zig Millionen lebende Katzen sowie Unmengen an Katzenbüchern, -postkarten, -postern, -nahrung, -spielzeug und anderer Krimskram belegen das. Doch Katzen sind nicht nur die lieben Tierchen, für die viele sie halten.

Sollten Sie ein ausgesprochener Katzennarr sein, so wird einiges, was in diesem Beitrag folgt, Ihnen nicht gefallen. Doch angesichts ca. 10 Millionen lebender Exemplare in Deutschland und der üblichen Verniedlichung von Katzen muß auch die andere Seite der Medaille angeschaut werden. Lesen Sie, was sonst gerne verschwiegen wird.

Katzen können gefährliche Krankheiten übertragen

Toxoplasmose: Besonders gefährlich für schwangere Frauen und deren ungeborene Kinder. Ich kenne persönlich einen Fall, wo das betroffene Kind ein Auge verloren hat.

Übertragung von Bartonella: Diese Krankheitserreger können ähnlich wie Rickettsien nicht nur ein akutes Krankheitsgeschehen auslösen, sondern dauerhaft in Form einer chronischen Infektion alle möglichen Krankheitsbilder erzeugen.

Salmonellen, verschiedene Parasiten und das Auslösen von Allergien bei manchen Menschen seien in dieser kurzen Aufzählung noch genannt.

Katzen bedrohen andere Tierarten

Katzen jagen Vögel, das ist ja bekannt und wird allgemein als Randerscheinung abgetan. In den USA erschien eine Studie, nach der dort jedes Jahr 1,4 bis 3,7 Milliarden Vögel von Katzen getötet werden, ganz abgesehen von weiteren 7 bis 20 Milliarden kleinen Säugetieren. Heruntergerechnet für Deutschland bleibt immer noch eine stattliche Zahl, auch wenn sich die Experten über die genaue Höhe noch uneinig sind.
http://www.nabu.de/themen/vogelschutz/15537.html

Für Vögel ist in kritischen Phasen, wo sie eigentlich schnell Nahrung benötigen - wie im Winter früh morgens oder während der Brutzeit - schon die bloße Anwesenheit einer Katze in Nähe der Futterstelle eine Bedrohung. Sie müssen dann die Futterstelle verlassen und unnötig Energie verbrauchen. Das allein kostet etliche Vögel bereits das Leben.

Unsere Landschaften sind schon weitgehend freigeräumt von für Vögel lebenswichtigen Hecken und samentragenden Pflanzen. Auf Wiesen könnten sie wenigstens noch ein paar Würmer finden. Werden diese Flächen regelmäßig von Katzen besucht, fällt auch diese Nahrungsquelle weg.

"Haus"-Katzen jagen selten zur Ernährung

Wer schon einmal eine Katze beim Mäusejagen beobachtet hat weiß das. Das Opfer kann trotz schwerer Verwundungen von der Katze stundenlang als Spielzeug mißbraucht werden. Es scheint ihr Spaß zu machen, das betreffende Tier immer wieder um sein Leben laufen zu lassen, um es danach erneut zu schnappen. Ist die Maus endgültig tot, wird sie liegengelassen oder zu Herrchen/Frauchen gebracht, wo die Katze "belohnt" wird. Die Katze hat angesichts ihres vollen Freßnapfs sowieso keinen Hunger, aber Langeweile.

Kein natürlich wild lebendes Tier tut so etwas. Natürlich lebende Tiere jagen wenn sie Hunger haben, töten ihre Beute möglichst schnell und fressen sie auf. Bei unseren Hauskatzen macht sich hier die jahrhundertelange beinahe schizophrene Haltung des Menschen zur Katze bemerkbar: Einerseits möchte man den Stubentiger manchmal als Schmusekatze haben und ernährt ihn gut, andererseits soll die Katze in der übrigen Zeit aus dem Weg sein und sich selbst irgendwie beschäftigen. So machen sich noch erhaltene Reste des ursprünglichen Jagdtriebs in degenerierter Form bemerkbar. Hunde werden anders gehalten - warum nicht auch Katzen?

Im 21. Jahrhundert gibt es keinen wirklichen Bedarf mehr an vierbeinigen Mäusejägern, wie das früher vielleicht bei Getreidespeichern oder Bauernhöfen der Fall war. All unsere Lebensmittel sind in gut verschlossenen Gebäuden und Behältern untergebracht. Gegen Wühlmäuse auf dem Feld richten Katzen wenig aus, da sie meist in der Nähe von Siedlungen bleiben.

Was macht die Katze wenn sie aus dem Haus ist?

Während man denkt, sie ginge einfach nur spazieren, könnte es sein, daß sie gerade an Autos und Hauswände der Nachbarschaft pinkelt, in Salatbeete oder Kindersandkästen kackt, ihre Krallen an noch jungen Pflanzen wetzt und dadurch die (oft kostenintensive) Gärtnerarbeit zunichte macht, Vögel jagt oder sich selbst unkontrolliert fortpflanzt. Vielleicht liegt sie aber auch nur gemütlich in der Sonne. Genau weiß das selten ein Katzenbesitzer, erlebt er seine Katze doch nur in den wenigen Momenten zuhause, nicht in freier Wildbahn.

Warum bekommen Katzen Sonderrechte?

Warum muß ein Hund an der Leine gehalten werden, eine Katze nicht? Warum müssen Hundehäufchen vom Halter weggeräumt werden, die von Katzen nicht? Warum muß man für einen Hund, der seinem Besitzer immerhin zu regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft verhilft, Steuern bezahlen, für eine Katze nicht? Warum ist beim Hund der Halter für dessen Aufsicht verantwortlich, während Schäden durch Katzen bzw. deren Abwendung meist bei anderen hängen bleiben? Offensichtlich ist die öffentliche Wahrnehmung von Katzen in Schieflage geraten.

Doch immer mehr Städte und Kommunen gehen gegen die unkontrollierte Katzenvermehrung vor. Tierheime sind überfüllt, die Zahl streunender Katzen nimmt zu. Paderborn z.B. hat bereits eine Kastrationspflicht erlassen, Belgien plant ein ähnliches landesweites Programm.
http://www.stern.de/wissen/natur/streunende-katzen-tierschuetzer-fordern-kastrationspflicht-1595307.html

Experten wie Prof. Berthold fordern mittlerweile eine Katzensteuer. Nicht um Katzenhalter zu ärgern, sondern um ihnen die Verantwortung für ihre freilaufenden Tiere vor Augen zu halten und letztendlich die steigende Zahl von Katzen und die damit verbundenen Schäden zu verringern.
http://www.presseportal.de/pm/43108/2427304/vogelforscher-fordert-katzensteuer-prof-dr-peter-berthold-im-interview-mit-auf-einen-blick-katzen
http://www.lbv.de/ratgeber/vogelschutz/katzen/katzensteuer.html


Können Katzen tatsächlich nicht erzogen werden?

Verantwortliche Hundehalter gehen mit ihrem Tier in eine Hundeschule oder trainieren ihren Hund anderweitig im sozialen Verhalten. Auch der Mensch muß dabei im Umgang mit dem Tier einiges lernen. Von Katzen wird oft behauptet, bei ihnen ginge das nicht. Nun, wer hat es denn tatsächlich probiert? Es gibt schon Methoden, Katzen zu erziehen, einige Tips könnten auf diesen Seiten enthalten sein:
http://www.miau-mio.de/Erziehung.htm
http://www.katzenfreaks.com/katzenerziehung
Auch im Buchhandel ist einiges zum Thema erhältlich.

Was zu beachten ist, wenn eine Katze angeschaffft werden soll:

- Verschenken Sie niemals Tiere, schon gar nicht an Kinder und Jugendliche. Sie können nicht für die nächsten 10-15 Jahre die volle Verantwortung für ein Tier übernehmen. Auch für Erwachsene sollte die Anschaffung eines Tieres eine gut überlegte Handlung sein, keine Überraschung zu Weihnachten.

- Legen Sie sich eine Katze nur dann zu, wenn sie über ein eigenes genügend großes Grundstück verfügen, auf dem sich die Katze unter Kontrolle austoben kann. Einsperren in einer kleinen Wohnung ist nicht artgerecht, das Tier sich in der Nachbarschaft austoben lassen ist rücksichtslos. Oder was würden sie sagen, wenn andere ihre Hunde durch Ihren Garten toben liessen?

- Halten Sie Ihre Katze unbedingt ganzjährig von Vogelfutterstellen und Nistplätzen fern. Viele Vögel kämpfen mit dem Überleben, die Katze nur mit Langeweile. Vogelschützer haben mit der Versorgung der Vögel schon genug zu tun, sie können sich nicht auch noch um Katzen kümmern.

- Seien Sie sich immer bewußt, daß Sie als Halter für die Katze verantwortlich sind.

- Erziehen Sie Ihre Katze. Ich habe bereits Personen gesehen, die mit ihrer Katze an einer (langen) Leine Gassi gehen. Warum nicht? Es kann auch der Katze helfen, nicht überfahren zu werden.

- Sorgen Sie für gute artgerechte Versorgung der Katze. Dazu gehört unbedingt ein Kratzbaum für die Krallen. Möglicherweise auch ein zweites Tier als Spielkamerad.

- Streunenden Katzen nicht nur etwas zum Fressen hinstellen und sie dann sich selbst überlassen. Entweder das Tier ganz bei sich aufnehmen mit allen Konsequenzen: Sterilisation, evtl. Behandlung durch den Tierarzt, Erziehung usw. Oder Sie sprechen mit örtlichen Tierschutzgruppen, wo es versorgt werden kann.

- Wenn auf ihrem Grundstück streunende Katzen Junge zur Welt bringen, dann sorgen Sie bitte auch für deren Versorgung und Sterilisation/Kastration durch befähigte Personen.

- Nach reiflicher Überlegung könnten Sie evtl. zu dem Schluß kommen, daß in unserem dichtbesiedelten Land keine weitere Katze notwendig ist. Oder Sie schaffen sich eine an und sorgen verantwortlich für sie. Am schlimmsten ist es, wenn eine Katze nur ab und zu als Schmusetier parat sein soll und in der restlichen Zeit sich selbst überlassen wird.

 

Als Tierfreund lege ich auch bei Katzen großen Wert auf artgerechte Haltung. Leider waren auch sie bereits Opfer von Tierquälerei. Dies ist selbstverständlich ebenso abzulehnen wie das Halten von Katzen ohne Übernahme von Verantwortung.

 

Weiterführende Links:

http://www.tierschutzbund.de/katzenschutz.html
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/das-boese-auf-samtpfoten-1.2198803

 

   

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